Was kostet dich eine Webseite?

3. August 2016, Tim Ehling

Vor dieser Frage stehen steht manch einer, der eine neue Webseite haben möchte.  Denn die meisten haben keine Ahnung, wie sich der Preis einer Webseite zusammensetzt und welch Aufwand dahinter steckt.

Mit diesem Artikel versuche ich etwas Licht in das Dunkel zu bringen.

Wer erstellt die Webseite?

Die Kosten einer Webseite hängen natürlich in erster Linie davon ab, wer diese erstellt. Da gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten: Studenten, Homepagegeneratoren, Freelancer/Agenturen oder komplett in Eigenregie.

Jede dieser Möglichkeiten hat seine eigenen Faktoren, die den Preis einer Homepage bestimmen. Nur sind diese Faktoren den meisten nicht bekannt und sie beeinflussen die Qualität einer Webseite erheblich.

Student

Ein Student im Marketing- oder IT-Bereich macht häufig als Nebenerwerb Webdesign. Ein Vorteil, er ist meistens saugünstig, denn er hat nicht die Geschäftsnebenkosten wie andere. Im schlimmsten Fall, arbeitet er sogar schwarz. Hinzu kommt, dass er in der Regel nicht die Erfahrung hat, für höhere Stundensätze. Das trifft natürlich nicht auf jeden Studenten zu, aber ich habe leider zu oft, die Arbeit von Studenten gesehen, die mehr als grausig war.

Der Quellcode war voller Fehler, eine WordPress-Installation mit Plugins stümperhaft zusammen geklickt, Suchmaschinenoptimierung ganz außer Acht gelassen. Das waren so die häufigsten Sachen.

Ein weiteres Problem ist, das Studenten nicht für eine längere Zeit der Zusammenarbeit zur Verfügung stehen. Studium beendet, danach dann der erste Job. Warum soll man dann noch die Kunden halten?

Aber er war günstig!

Homepagegeneratoren

Viele kennen diese tollen Homepagebaukästen von Jimdo, Strato, 1&1 und wo es sie noch alles gibt. Alle werben mehr oder weniger mit den Satz „Kostenlose Homepage erstellen“.

Kostenlos? Klingt doch gut!

Nein tut es nicht! Denn erstens gibt es selten etwas umsonst und zweitens gibt es definitiv keine qualitativ-hochwertigen kostenlosen Webseiten! Never!

Denn was sie alle gemeinsam haben, das sie von der Stange sind, manchmal keine richtige, eigene Domain, nicht für Suchmaschinen optimiert oder sogar in einigen Fällen gar nicht für deutsches Recht anwendbar sind. Dann kommt noch hinzu, dass man sobald etwas individueller sein soll oder man Extras haben will, zahlen muss! Selbst das ist dann aber von der Stange, denn es muss ja nicht nur bei dir funktionieren sondern auch bei Tausend anderen.

Für einige mag ja diese Art der Webseite ausreichend sein, aber einzigartig und verkaufsfördernd ist das nicht.

Eigenregie

Wer meint, er kann eine Webseite selber erstellen und diese ist somit kostenlos, der vertut sich da ganz gewaltig. Denn man muss das Wissen aneignen, wie man eine Website erstellt. Egal ob mit einem CMS, wie WordPress oder den Code komplett selber geschrieben.  Suchmaschinenoptimierung, rechtliche Aspekte, Wartungsarbeiten, usw. kommen dann auch noch dazu.

Das ist deine Arbeitszeit, die dabei drauf geht.

Aus mangelnder Erfahrung und fehlender Routine brauchst du dann auch länger dafür. Effizient ist das nicht. Und du hättest mit diesen Arbeitsstunden in deinem Kerngeschäft Geld verdienen können.

Viele überschätzen die Zeit, die bei einem Selbststudium und Ich-versuchs-mal-mit-try-and-error fliegen geht. Hinzu kommt das der Erfolg der Webseite meistens ausbleibt und die Enttäuschung groß ist.

Freelancer/Agentur

Denkt man, man will den Internetauftritt professionell erstellen lassen und die beste Wahl ist eine Firma dafür: Vorsicht! Auch hier gibt es einige Fallstricke.

Nicht jeder Freelancer, nicht jede Agentur ist gut und sein Geld wert. Wichtig ist das man die richtigen Anforderungen formuliert, verschiedene Angebote einholt und sich die Referenzen anschaut. Notfalls muss man sich einen Berater für digitale Medien dazu holen.

Eine Webseite hat viele Aspekte(Design, Funktionalität, Suchmaschinenoptimierung, Recht,..) die von einem Dienstleister erfüllt werden müssen. Bei Freelancern ist das selten, dass sie das alles selber ableisten (können). Entweder holen diese sich noch Dritte dazu oder haben keine Ahnung, was Sie gerade alles falsch machen. Aber es gibt auch diese Ausnahmefälle, die wirklich fast alles können.

Vom Preis her sind Freelancer natürlich teurer als Studenten aber günstiger als eine Agentur. Sie haben Firmennebenkosten, welche mit einfließen, müssen aber keinen Wasserkopf mittragen.

Agenturen sind in der Regel die teuersten, die eine Homepage erstellen. Das liegt aber einfach an den ganzen Kosten, die sie zu tragen haben. Sie haben Personal, die nur für eine jeweilige Tätigkeit zuständig sind. Dafür können sie aber eine absolute Qualität leisten, wie kein anderer. Aber man sollte gezielt nachfragen, wie die Agentur aufgestellt ist. Ich durfte auch schon Agenturen kennen lernen, wo jeder alles macht und wirkte wie ein Club aus Studenten und Freelancern.

Was bei Webdesign-Agenturen und Freelancern ein Vorteil ist, man hat meist langfristig eine Verbindung und z.B. wird zwischendurch auf Neuerungen hingewiesen.

Was ist die Anforderung?

Daran scheitert meist schon die Angebotseinholung, denn man kennt die erforderlichen Anforderungen einer Webseite nicht bzw. hat vielleicht die Falschen im Kopf.

Man muss sich über die Ziele im Klaren sein, was man mit der Webseite erreichen will.

Einfach eine haben, reicht da nicht.

Diese Ziele muss man dem Dienstleister zu klar, wie auch einfach formulieren!

dazu sollte eine Webseite  unter anderem folgendes von vorne herein haben:

  • Suchmaschinenoptimiert sollte sie sein
    Denn von alleine kommen keine Besucher auf die Webseite
  • Bei der Erstellung sollte Sie dem aktuellen Stand der Technik und Design-Standards entsprechen
    Es gibt immer noch Dienstleister, die erstellen Webseiten im Old-School-Design der Neunziger und benutzen veraltete Techniken, welche ein Sicherheitsrisiko darstellen
  • Mobiloptimiert
    Fast jeder benutzt heute ein Smartphone um Internet zu surfen und diese Besucher/möglichen Kunden darf man nicht außer Acht lassen.
  • dem deutschen/europäischen/jeweiligen Recht entsprechen
    Einer der wichtigsten Faktoren überhaupt! Wer eine Webseite betreibt und dort einen rechtlichen Verstoß begeht(wissentlich oder nicht) riskiert schnell eine Abmahnung. Diese haben dann eine ordentliche Kostennote, welche man zu den Webseitenkosten hinzuaddieren darf. Hier ist meist ratsam, sich an selbst an einen Fachanwalt zu wenden und die Webseite prüfen zulassen

 

Webdesigner-Stundensätze/Projektkosten

Kommen wir nun mal zu einem fiktiven Auftrag.

Hier die Anforderungen:

  • Ein kleines Unternehmen(Handwerk, bis 1 Mio. Umsatz, Sitz in Hessen, Deutschland ) möchte eine Webseite um sich mit seinen Dienstleistungen im Internet zu präsentieren
  • Zielgruppe sind Privatpersonen im regionalen Einzugsgebiet
  • Es sollen Inhalte präsentiert und die Firma bekannter gemacht werden, die Inhalte wechselnd nicht
  • Die Webseite wird statisch erstellt
  • Kontaktaufnahme erfolgt dann auf den Kontaktdaten(E-Mail, Telefon) oder mit einem Kontaktformular
  • Die Webseite soll 10 Seiten groß sein und eine einfache Hierarchie(Hauptseite und Inhaltsseiten) besitzen
  • Die Inhalten werden in Deutsch präsentiert
  • Auf die Inhalte wird nur mittels Navigation zugegriffen
  • Das Design soll vom Dienstleister erstellt werden
  • Der Dienstleister erstellt Texte und Bilder(teilw. Bildaufnahmen vor Ort) für die Webseite
  • Die Webseite soll optimiert sein für die Darstellung mobiler Endgeräte
  • Die Seite sollte inhaltlich und auch technisch für Suchmaschinen optimiert sein

Für ein solches Projekt kann man von 20 Arbeitsstunden ausgehen, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • 6 Std. – Design
  • 12 Std. – Seitenerstellung(Programmierung, Text- und Bildbearbeitung)
  • 2 Std. – Nacharbeiten

Wenn man Aufträge sich einholt, sollte man sich die Kostenzusammensetzung, sofern das nicht ersichtlich ist, aufschlüsseln lassen.

Für dieses Projekt kämen dann von den verschiedenen Dienstleistern folgende Preise:

Student: 600 – 900€ Projekt, 30 – 45 € Stundensatz

Freelancer: 900 – 1300€ Projekt, 30 – 65 € Stundensatz

Kleine Agentur: 1200 – 1900€ Projekt, 60 – 95 € Stundensatz

Große Agentur:  1500-2300€ Projekt, 75 – 115 € Stundensatz

Man sieht, dass die Unterschiede sehr groß sind. Natürlich geht es noch günstiger, es soll Leute geben, die für einen Stundensatz unter 20€ arbeiten. Davon würde ich aber Abstand nehmen, weil dort keine Qualität zu erwarten ist. Natürlich sind das keine richtig harten Zahlen, die man kopieren kann. Denn es kommt halt immer auf das Projekt an.

Webseite erstellt, das waren alle Kosten?

Natürlich nicht! Eine Webseite muss noch auf einen Webserver mit einer dazugehörigen Domain, damit man im Internet abrufen kann. Die Anbieter/Webhoster gibt es wie Sand am Meer und natürlich gibt es da auch Unterschiede.

Es gibt Angebote ab 12 Euro im Jahr, alles inklusive. Aber das sind dann Webserver mehrere Tausend Webseiten drauf liegen und allein der Seitenaufbau beim Besuch sehr langsam ist. Dazu dann gewisse technische Einschränkungen.

Für durchschnittlich 30 – 40€ im Jahr bekommt man schon ein ordentlichen Webspace, der für den fiktiven Auftrag ausreichend ist.

Weitere Informationen

Wer sich gerne mit dem Thema noch etwas mehr beschäftigen will, für den habe ich noch ein paar interessante Webseiten zusammen getragen.

Allen voran der Webkalkulator, mit dem man sich grobe Werte für ein Webprojekt ausrechnen kann.

http://www.webkalkulator.com/

http://www.designfragen.de/kosten/wieviel-kostet-eine-webseite

http://www.netz-gaenger.de/blog/in-eigener-sache/wieviel-kostet-eine-webseite/

http://gutado.de/was-kostet-dich-eine-gute-webseite/

http://www.selbstaendig-im-netz.de/2015/08/25/webdesign/was-kostet-eine-website/

http://www.mademyday.de/was-kostet-eine-webseite.html

http://glueckpress.com/6629/website-wordpress-kosten/

https://manfredlakner.info/was-kostet-eine-professionelle-webseite/

Anekdote

Ich hatte mal eine Anfrage für eine Pagespeed(Seitenladegeschwindigkeit)-Optimierung bekommen. Diese stammt von einer Apotheke in der Innenstadt. Aus den verschiedensten Gründen(Ehrgeiz, lokale Referenz) wollte ich diesen Auftrag haben. Also bin ich von meinem damaligen Stundensatz von 75 € auf 50 € runtergegangen. Nachdem ich nichts mehr gehört habe nach einer Woche, habe ichmal nachgefragt. Die O-Ton-Aussage:

„..Habe einen Informatikstudenten gefunden, der mir das gemacht hat. War auch preislich etwas zuvorkommender…“

Habe mir die Webseite dann noch mal angeschaut. Wow, die Webseite lädt jetzt in 12 Sekunden, statt vorher in 20 Sekunden.*

 

Jeder kann frei wählen, welche Qualität er haben möchte! Entsprechen sind die Kosten für eine Webseite.

 

*WordPress, 35 Seiten, gemessen mit Pingdom und GTmetrix

Gute Nacht!

Vielen Dank, das du meinen Artikel gelesen hast. Wenn er Dir gefallen hat, du Fragen hast, du etwas beitragen möchtest oder ihn mit anderen teilen willst, hast du nachfolgend die Möglichkeit dazu. Ich lebe natürlich von Feedback und freue mich über jede Interaktion von Dir.
Liebe Grüße
Dein Tim

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Reaktionen auf Was kostet dich eine Webseite?


  1. am 24.09.16 um 10:44

    Hi Tim, deine Anekdote kommt mir so bekannt vor. Preiserwartung mancher Kunden sind bodenlos. Ich habe mich schon oft unter Wert verkauft weil der Kunde meinen Satz nicht bezahlen wollte. Am Ende war die Zusammenarbeit aber auch immer genau das: billig. Deutschland eben, Geiz ist ja Geil, ne? 😉 Toller Blog im übrigen!



    • am 26.09.16 um 12:15

      Danke für das Lob.
      Deswegen muss man lernen, dass man sich nicht unter Wert verkauft. Auch ich habe das lernen müssen. Mittlerweile müssen die Kunden den Stunden-/Tagessatz akzeptieren, oder sie suchen sich einen anderen. Ich passe die Preise an die Unternehmensgröße an, aber dafür nicht verhandelbar.


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